Beim Immobilienkauf in Deutschland stellt sich fast jeder Käufer eine zentrale Frage:

👉 Kann man Kaufnebenkosten mitfinanzieren – oder braucht man zwingend Eigenkapital?

Die kurze Antwort:
Ja, es ist möglich – aber nicht in jedem Fall und nicht ohne Nachteile.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • wann Banken Kaufnebenkosten finanzieren
  • welche Voraussetzungen gelten
  • welche Risiken bestehen
  • und welche Alternativen es gibt

Wie hoch sind Kaufnebenkosten überhaupt?

Bevor wir über Finanzierung sprechen, ist es wichtig zu verstehen, wie hoch diese Kosten sind.

👉 In Deutschland liegen Kaufnebenkosten typischerweise bei 10% bis 15% des Kaufpreises.

Sie bestehen aus:

👉 Beispiel:
Bei 400.000 € Kaufpreis entstehen ca. 40.000 – 60.000 € Nebenkosten

Mehr zum Thema: Kaufnebenkosten Wohnung in Deutschland – Alle Kosten + Beispiele und Wie hoch sind Kaufnebenkosten in Deutschland 2026?

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Kann man Kaufnebenkosten finanzieren? Alle Möglichkeiten

Grundsatz: Was Banken erwarten

Die meisten Banken haben eine klare Regel:👉 Kaufnebenkosten sollen aus Eigenkapital bezahlt werden

Warum?

  • Sie erhöhen das Risiko der Finanzierung
  • Sie schaffen keinen direkten Immobilienwert
  • Sie reduzieren die Sicherheit für die Bank

👉 Deshalb gilt:

FinanzierungBewertung durch Bank
Kaufpreispositiv
NebenkostenRisiko

Kann man Kaufnebenkosten finanzieren?

👉 Ja – aber nur unter bestimmten Bedingungen

Es gibt drei typische Szenarien:

1. Vollfinanzierung (100%)

Hier finanziert die Bank:

  • den gesamten Kaufpreis
  • aber keine Nebenkosten

👉 Ergebnis:

  • Eigenkapital wird trotzdem benötigt

Mehr zum Thema: Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

2. 110%-Finanzierung

👉 Die Bank finanziert:

  • Kaufpreis
    • Nebenkosten

Das ist die klassische Lösung für Käufer ohne Eigenkapital.

Mehr zum Thema: Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital: Chancen und Risiken

3. 120%-Finanzierung (selten)

👉 Zusätzlich zu Nebenkosten werden:

  • Renovierung
  • Möbel

mitfinanziert

👉 Sehr selten und riskant

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Voraussetzungen für die Finanzierung von Kaufnebenkosten

Damit eine Bank Kaufnebenkosten finanziert, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein:

Die wichtigsten Kriterien

FaktorAnforderung
Einkommenstabil und hoch
Bonitätsehr gut
Immobiliewerthaltig
Eigenkapitaloptional, aber Vorteil
Berufsicher (z. B. unbefristet)

👉 Besonders wichtig:

Beispiel: Finanzierung mit Kaufnebenkosten

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie das funktioniert:

Ausgangssituation:

PositionBetrag
Kaufpreis400.000 €
Nebenkosten (10%)40.000 €
Gesamtbedarf440.000 €

Szenario 1: Ohne Eigenkapital

👉 Finanzierung: 110%

PositionBetrag
Kredit440.000 €
Eigenkapital0 €

👉 Nachteile:

  • höherer Zinssatz
  • höhere monatliche Rate

Szenario 2: Mit Eigenkapital

PositionBetrag
Kredit400.000 €
Eigenkapital40.000 €

👉 Vorteile:

  • bessere Konditionen
  • geringeres Risiko

Mehr zum Thema: Kaufnebenkosten sparen – 7 legale Möglichkeiten

Welche Banken finanzieren Kaufnebenkosten?

Nicht alle Banken bieten 110%-Finanzierungen an. Einige Institute sind jedoch bekannt dafür, solche Modelle zu ermöglichen.

👉 Beispiele (Stand Praxis / Marktbeobachtung):

  • Deutsche Bank
  • Commerzbank
  • ING
  • DKB
  • Interhyp (Vermittler)
  • Dr. Klein

👉 Wichtig:

  • Oft wird individuell geprüft
  • Vermittler erhöhen die Chancen

Bedingungen je nach Bank (vereinfacht)

BanktypFinanzierung Nebenkosten
Direktbankenselten
Filialbankenmöglich
Vermittlergute Chancen

👉 Fazit:
Mit einem guten Profil ist eine Finanzierung möglich – aber kein Standard.

Nachteile der Finanzierung von Kaufnebenkosten

Auch wenn es möglich ist, gibt es klare Risiken:

1. Höhere Zinsen

👉 Banken verlangen Risikoaufschläge (ganz wichtig: Wie kann man die Kreditrate bei steigenden Zinsen senken?)

2. Höhere monatliche Belastung

👉 größere Kreditsumme = höhere Rate

3. Negative Eigenkapitalquote

👉 Sie starten mit:

  • 0% Eigenkapital
  • hoher Verschuldung

4. Höheres Risiko bei Preisrückgang

👉 Immobilie kann weniger wert sein als Kredit

Wann lohnt sich die Finanzierung?

Es gibt Situationen, in denen eine Finanzierung sinnvoll sein kann:

Sinnvoll, wenn:

  • sehr hohes Einkommen vorhanden ist
  • Immobilienpreise steigen
  • schnelle Kaufentscheidung nötig ist

Weniger sinnvoll, wenn:

  • Einkommen knapp ist
  • keine Rücklagen vorhanden sind
  • langfristige Sicherheit wichtig ist

Siehe auch: Kaufnebenkosten beim Haus vs. Wohnung – alle Unterschiede im Überblick

Alternativen zur Finanzierung von Kaufnebenkosten

Wenn Sie Nebenkosten nicht finanzieren möchten, gibt es Alternativen:

1. Eigenkapital aufbauen

👉 klassische und sicherste Lösung

2. Unterstützung durch Familie

👉 Schenkung oder Darlehen

3. KfW-Förderung (indirekt)

👉 reduziert Gesamtbelastung

Siehe: KfW-Förderprogramme: Welche Zuschüsse gibt es für Käufer und Sanierer?

4. Kaufpreis verhandeln

👉 reduziert Nebenkosten indirekt

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Strategien, um Kaufnebenkosten zu reduzieren

1. Ohne Makler kaufen

→ spart mehrere tausend Euro

2. Kaufpreis aufteilen

👉 Beispiel:

  • Küche separat kaufen
    → weniger Steuer

3. Region wählen

👉 Unterschiede bis zu 3%

Typische Fehler bei der Finanzierung

❌ Fehler 1:

Nebenkosten nicht einplanen

❌ Fehler 2:

Zu hohe Finanzierung

❌ Fehler 3:

Zu geringe Rücklagen

❌ Fehler 4:

Nur auf monatliche Rate schauen

Fazit: Kaufnebenkosten finanzieren – ja oder nein?

👉 Kurz gesagt:

  • Möglich: ja
  • Standard: nein
  • Risiko: hoch

👉 Beste Strategie:

  • Nebenkosten aus Eigenkapital zahlen
  • Finanzierung bewusst wählen
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Häufige Fragen (FAQ)

Kann man Kaufnebenkosten komplett finanzieren?

Ja, über eine 110%-Finanzierung, aber nur bei guter Bonität.

Welche Banken finanzieren Kaufnebenkosten?

Einige Banken wie Deutsche Bank, ING oder Commerzbank bieten solche Modelle an – meist individuell geprüft.

Ist eine 110%-Finanzierung sinnvoll?

Nur bei stabilem Einkommen und guter Planung.

Wie viel Eigenkapital sollte man haben?

Mindestens die Kaufnebenkosten (10–15%).

Was passiert ohne Eigenkapital?

Höhere Zinsen und höheres Risiko.

Gibt es Förderungen?

Indirekt über KfW-Programme möglich.