Beim Kauf einer Immobilie in Deutschland entstehen neben dem Kaufpreis mehrere zusätzliche Kosten. Eine der wichtigsten und gleichzeitig größten Positionen ist die Grunderwerbsteuer.
Diese Steuer wird beim Kauf von Grundstücken, Häusern oder Wohnungen fällig und gehört zu den sogenannten Kaufnebenkosten.
Viele Käufer unterschätzen diese Kosten. Je nach Bundesland kann die Grunderwerbsteuer mehrere zehntausend Euro betragen.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- wie hoch die Grunderwerbsteuer in den einzelnen Bundesländern ist
- in welchen Regionen Käufer am meisten sparen können
- wie sich die Steuer auf die Gesamtkosten beim Immobilienkauf auswirkt
- welche Unterschiede es zwischen den Bundesländern gibt
Die folgenden Daten beziehen sich auf den Stand März 2026.
Was ist die Grunderwerbsteuer?
Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die beim Kauf von Immobilien oder Grundstücken in Deutschland erhoben wird. Sie wird einmalig fällig und richtet sich nach dem Kaufpreis der Immobilie.
Die Steuer wird vom jeweiligen Bundesland festgelegt. Daher kann der Steuersatz je nach Region unterschiedlich sein.
Typischer Ablauf:
- Kaufvertrag wird beim Notar unterschrieben
- Finanzamt berechnet die Grunderwerbsteuer
- Käufer erhält einen Steuerbescheid
- Nach Zahlung kann der Eigentumswechsel im Grundbuch erfolgen
Zum Thema Notarkosten: Notarkosten beim Immobilienkauf: Was kommt auf dich zu?
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Deutschland?
Die Höhe der Grunderwerbsteuer liegt aktuell zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises.
Das bedeutet: Je höher der Immobilienpreis, desto höher fällt auch die Steuer aus.
Beispiel:
| Kaufpreis der Immobilie | Steuersatz | Grunderwerbsteuer |
|---|---|---|
| 300.000 € | 5 % | 15.000 € |
| 400.000 € | 6 % | 24.000 € |
| 500.000 € | 6,5 % | 32.500 € |
Gerade bei teuren Immobilien kann die Grunderwerbsteuer daher eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
Mehr zum Info: Kaufnebenkosten Wohnung in Deutschland – Alle Kosten + Beispiele
Grunderwerbsteuer nach Bundesland (Stand März 2026)
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich.
| Bundesland | Grunderwerbsteuer |
|---|---|
| Bayern | 3,5 % |
| Sachsen | 3,5 % |
| Hamburg | 5,5 % |
| Baden-Württemberg | 5 % |
| Brandenburg | 6,5 % |
| Berlin | 6 % |
| Bremen | 5 % |
| Hessen | 6 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6 % |
| Niedersachsen | 5 % |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % |
| Rheinland-Pfalz | 5 % |
| Saarland | 6,5 % |
| Sachsen-Anhalt | 5 % |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % |
| Thüringen | 6,5 % |
Diese Unterschiede können beim Immobilienkauf mehrere tausend Euro ausmachen.
Wo ist die Grunderwerbsteuer am niedrigsten?
Die niedrigste Grunderwerbsteuer in Deutschland gibt es derzeit in:
| Bundesland | Steuersatz |
|---|---|
| Bayern | 3,5 % |
| Sachsen | 3,5 % |
Diese beiden Bundesländer gehören zu den günstigsten Regionen in Deutschland, wenn es um diese Steuer geht.
Beispielrechnung:
| Kaufpreis | Bayern / Sachsen | NRW |
|---|---|---|
| 400.000 € | 14.000 € | 26.000 € |
Der Unterschied beträgt 12.000 €.
Wo ist die Grunderwerbsteuer am höchsten?
Die höchsten Steuersätze gelten aktuell in mehreren Bundesländern.
| Bundesland | Steuersatz |
|---|---|
| Brandenburg | 6,5 % |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % |
| Saarland | 6,5 % |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % |
| Thüringen | 6,5 % |
Gerade bei hohen Immobilienpreisen kann dies erhebliche Kosten verursachen.
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Sofort berechnen – ohne Anmeldung & ohne persönliche DatenBeispiel: Immobilienkauf in verschiedenen Bundesländern
Angenommen, eine Immobilie kostet 350.000 €.
| Bundesland | Steuersatz | Steuer |
|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | 12.250 € |
| Baden-Württemberg | 5 % | 17.500 € |
| Hessen | 6 % | 21.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % | 22.750 € |
Der Unterschied zwischen Bayern und NRW beträgt hier bereits über 10.000 €.
Einfluss der Grunderwerbsteuer auf die Finanzierung
Viele Banken verlangen, dass Käufer die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlen.
Die Grunderwerbsteuer gehört dabei zu den größten Kosten.
Typische Kaufnebenkosten:
| Kosten | Anteil |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5–6,5 % |
| Notar | ca. 1 % |
| Grundbuch | ca. 0,5 % |
| Makler | 3–7 % |
Insgesamt können Nebenkosten 10–15 % des Kaufpreises betragen.
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Nebenkosten berechnenBeispiel Gesamtkosten beim Immobilienkauf
Beispiel Immobilie:
Kaufpreis: 400.000 €
| Kostenart | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis | 400.000 € |
| Grunderwerbsteuer (6 %) | 24.000 € |
| Notar und Grundbuch | ca. 6.000 € |
| Makler | ca. 20.000 € |
Gesamtkosten können schnell über 450.000 € liegen.
Mehr zum Thema Hausfinanzierung: Hausfinanzierung Schritt für Schritt erklärt
Kann man die Grunderwerbsteuer sparen?
In den meisten Fällen lässt sich die Steuer nicht vermeiden. Sie gehört zu den Pflichtkosten beim Immobilienkauf.
Es gibt jedoch einige Situationen, in denen sie reduziert werden kann.
Beispiele:
- Kauf innerhalb der Familie
- getrennte Kaufverträge für Grundstück und Inventar
- Immobilienübertragung durch Erbschaft
Diese Fälle sind jedoch selten und hängen stark von der individuellen Situation ab.
Mehr zum Thema: 🏛️ Grunderwerbsteuer sparen: Geht das legal?
Prognose: Wird die Grunderwerbsteuer steigen?
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass viele Bundesländer ihre Steuersätze erhöht haben.
Der Grund dafür sind höhere Einnahmen für die Länderhaushalte.
Einige Experten diskutieren jedoch auch mögliche Entlastungen für Erstkäufer.
Ob sich die Steuersätze künftig ändern, hängt stark von der Politik der jeweiligen Bundesländer ab.
Fazit
Die Grunderwerbsteuer gehört zu den größten Nebenkosten beim Immobilienkauf.
Je nach Bundesland liegt sie zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises.
Besonders günstig sind derzeit:
- Bayern
- Sachsen
Besonders teuer sind:
- Nordrhein-Westfalen
- Brandenburg
- Saarland
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte diese Steuer unbedingt in seine Finanzplanung einbeziehen.
FAQ – Grunderwerbsteuer in Deutschland
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Deutschland?
Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises.
In welchem Bundesland ist die Grunderwerbsteuer am niedrigsten?
Die niedrigste Steuer gibt es derzeit in Bayern und Sachsen mit 3,5 %.
Wer muss die Grunderwerbsteuer bezahlen?
In der Praxis bezahlt meist der Käufer der Immobilie die Grunderwerbsteuer.
Wann muss die Grunderwerbsteuer bezahlt werden?
Die Steuer wird nach dem Notartermin vom Finanzamt berechnet und muss meist innerhalb weniger Wochen bezahlt werden.
Kann man die Grunderwerbsteuer vermeiden?
In der Regel nicht. Sie ist beim Immobilienkauf gesetzlich vorgeschrieben. In bestimmten Sonderfällen kann sie jedoch reduziert werden.
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[…] Siehe auch: Grunderwerbsteuer in den Bundesländern – wo spart man am meisten? […]
[…] Je nach Bundesland variiert die Grunderwerbsteuer (siehe auch hier: Grunderwerbsteuer in den Bundesländern – wo spart man am meisten?): […]
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[…] Grunderwerbsteuer: Kann bei Vermietung ebenfalls als Werbungskosten geltend gemacht werden (§ 9 EStG). (siehe auch Grunderwerbsteuer in den Bundesländern – wo spart man am meisten?) […]
[…] Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch: ca. 7–10 % des Grundstückspreises (siehe Grunderwerbsteuer in den Bundesländern – wo spart man am meisten?) […]
[…] Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5–6,5 %) (siehe Grunderwerbsteuer in den Bundesländern – wo spart man am meisten?) […]