Der Kauf oder Verkauf einer Immobilie gehört zu den wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben. Neben dem Kaufpreis entstehen dabei zusätzliche Kosten – eine der wichtigsten ist die Maklerprovision.
Viele Käufer und Verkäufer stellen sich deshalb dieselben Fragen:
- Wer zahlt die Maklerprovision beim Immobilienkauf?
- Wie hoch ist die Provision in Deutschland?
- Gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern?
- Kann man die Provision verhandeln?
Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2020 hat sich die Situation deutlich verändert. Heute gelten klare Regeln, wie die Maklerkosten zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden.
In diesem umfassenden Guide erfahren Sie, wie die Maklerprovision beim Immobilienkauf funktioniert, welche Kosten entstehen und wie Sie die Provision möglicherweise reduzieren können.
Kurzüberblick: Maklerprovision beim Immobilienkauf
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer zahlt die Provision? | Käufer und Verkäufer meist je 50 % |
| Gesetz seit | Dezember 2020 |
| Höhe der Provision | meist 5–7 % des Kaufpreises |
| Verhandelbar | Ja |
Was ist eine Maklerprovision?
Die Maklerprovision ist die Vergütung für die Dienstleistung eines Immobilienmaklers. Der Makler übernimmt typischerweise Aufgaben wie:
- Vermarktung der Immobilie
- Erstellung von Exposés
- Organisation von Besichtigungen
- Preisberatung
- Verhandlungsführung
- Unterstützung beim Kaufvertrag
Der Anspruch auf Provision entsteht in der Regel erst, wenn ein Kaufvertrag erfolgreich abgeschlossen wird.
Mehr zum Thema: 📝 Was steht im Kaufvertrag? Juristische Fallstricke vermeiden
Gesetzliche Regelung seit 2020
Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland eine neue Regelung für den Verkauf von Wohnimmobilien an private Käufer.
Das Gesetz soll verhindern, dass ausschließlich Käufer die Maklerkosten tragen müssen.
Grundprinzip
| Regel | Bedeutung |
|---|---|
| Verkäufer beauftragt Makler | Verkäufer zahlt mindestens 50 % |
| Käufer darf maximal gleich viel zahlen | Kosten werden geteilt |
| Einseitige Belastung des Käufers | nicht mehr erlaubt |
Das Gesetz gilt für:
- Eigentumswohnungen
- Einfamilienhäuser
Nicht betroffen sind:
- Mehrfamilienhäuser
- Gewerbeimmobilien
- Grundstücke ohne Wohnbebauung
Höhe der Maklerprovision in Deutschland
Die Provision ist nicht bundesweit einheitlich. Sie hängt oft vom regionalen Markt ab.
Durchschnittliche Maklerprovision
| Bundesland | Provision gesamt |
|---|---|
| Bayern | ca. 7,14 % |
| Baden-Württemberg | ca. 7,14 % |
| Hessen | ca. 5,95 % |
| NRW | ca. 7,14 % |
| Berlin | ca. 7,14 % |
| Sachsen | ca. 7,14 % |
Diese Werte enthalten bereits die Mehrwertsteuer.
Beispiel: Aufteilung der Maklerprovision
Kaufpreis: 400.000 €
| Kosten | Betrag |
|---|---|
| Maklerprovision (7,14 %) | 28.560 € |
| Anteil Verkäufer | 14.280 € |
| Anteil Käufer | 14.280 € |
Damit wird die Provision fair zwischen beiden Parteien aufgeteilt.
Maklerprovision für Käufer
Für Käufer gehört die Provision zu den sogenannten Kaufnebenkosten.
Neben der Maklerprovision fallen meist auch an:
| Nebenkosten | Anteil |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5–6,5 % |
| Notar | ca. 1 % |
| Grundbuch | 0,5 % |
| Makler | ca. 3–3,5 % (Käuferanteil) |
Insgesamt können die Nebenkosten 10–15 % des Kaufpreises betragen.
👉 Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf wirklich an?
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Nebenkosten berechnenBeispiel Nebenkosten beim Immobilienkauf
Kaufpreis: 450.000 €
| Kosten | Betrag |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 22.500 € |
| Notar | 4.500 € |
| Grundbuch | 2.250 € |
| Makleranteil Käufer | 16.000 € |
Gesamt: ca. 45.000 € Nebenkosten
Mehr zum Thema: Kaufnebenkosten Wohnung in Deutschland – Alle Kosten + Beispiele
Maklerprovision für Verkäufer
Auch Verkäufer tragen seit der Gesetzesänderung einen Teil der Maklerkosten.
Für Verkäufer kann ein Makler dennoch sinnvoll sein, da er:
- den Marktpreis einschätzt
- Käufer findet
- Verhandlungen übernimmt
- rechtliche Abläufe begleitet
Mehr zum Info: Wohnung verkaufen: Die wichtigsten Tipps für Eigentümer in Deutschland
Beispiel Kosten für Verkäufer
Verkaufspreis: 500.000 €
| Kosten | Betrag |
|---|---|
| Provision Verkäufer | 17.850 € |
Trotz dieser Kosten kann ein guter Makler oft einen höheren Verkaufspreis erzielen.
Kann man die Maklerprovision verhandeln?
Ja – grundsätzlich ist die Provision frei verhandelbar.
Gerade bei hochpreisigen Immobilien sind Rabatte möglich.
Typische Verhandlungsspielräume
| Situation | Möglichkeit |
|---|---|
| teure Immobilie | Provision oft verhandelbar |
| schwacher Markt | Makler eher flexibel |
| mehrere Angebote | bessere Verhandlungsposition |
Wann entsteht der Provisionsanspruch?
Der Anspruch entsteht nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
| Voraussetzung | Erklärung |
|---|---|
| Maklervertrag | schriftlich oder digital |
| Nachweis der Immobilie | Makler hat Käufer vermittelt |
| Kaufvertrag | notariell abgeschlossen |
Ohne erfolgreichen Abschluss entsteht meist kein Anspruch.
Unterschied zwischen Käufermakler und Verkäufermakler
In der Praxis gibt es unterschiedliche Modelle.
| Modell | Beschreibung |
|---|---|
| Verkäufermakler | arbeitet für Verkäufer |
| Käufermakler | arbeitet für Käufer |
| Doppelmakler | arbeitet für beide |
Der Doppelmakler ist in Deutschland am häufigsten.
Vorteile eines Maklers für Käufer
| Vorteil | Bedeutung |
|---|---|
| Marktkenntnis | realistische Preise |
| Organisation | Besichtigungen |
| Unterstützung | Vertragsprozess |
| Zugang | Immobilienangebote |
Gerade bei angespannten Märkten kann ein Makler den Zugang zu Angeboten erleichtern.
Mehr zum Info: Immobilienkauf mit Makler oder privat? Vor- und Nachteile im Vergleich
Vorteile für Verkäufer
| Vorteil | Bedeutung |
|---|---|
| professionelle Vermarktung | mehr Interessenten |
| Preisstrategie | höherer Verkaufspreis |
| Zeitersparnis | Makler übernimmt Kommunikation |
Viele Verkäufer entscheiden sich deshalb bewusst für einen Makler.
Beispiel: Verkauf ohne Makler
Manche Eigentümer versuchen, die Provision zu sparen.
Vorteile
- keine Maklerkosten
Risiken
| Risiko | Erklärung |
|---|---|
| falscher Preis | Immobilie bleibt lange am Markt |
| rechtliche Fehler | Vertragsprobleme |
| Zeitaufwand | viele Besichtigungen |
Wann lohnt sich ein Makler besonders?
Ein Makler kann besonders sinnvoll sein bei:
- schwierigen Immobilien
- hoher Nachfrage
- komplexen Verkaufsprozessen (siehe zum Beispiel Denkmalschutzimmobilien: Steuerliche Vorteile und besondere Pflichten)
- fehlender Erfahrung des Verkäufers
Maklerprovision bei Neubauimmobilien
Bei Neubauten gelten teilweise andere Modelle.
Oft wird die Provision vom Bauträger bezahlt.
| Situation | Provision |
|---|---|
| Neubauprojekt | häufig Verkäufer |
| Kapitalanlage | individuell |
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Finanzierung berechnenMaklerprovision bei Grundstücken
Bei Grundstücken gelten teilweise andere Regeln.
Das Gesetz von 2020 betrifft nur Wohnimmobilien.
| Immobilientyp | Regel |
|---|---|
| Einfamilienhaus | 50/50 |
| Wohnung | 50/50 |
| Grundstück | individuell |
Mahr zum Info: Grundstück kaufen – komplette Checkliste für Käufer
Tipps für Käufer
| Tipp | Vorteil |
|---|---|
| Nebenkosten kalkulieren | bessere Planung |
| Provision prüfen | Transparenz |
| Angebote vergleichen | bessere Preise |
Tipps für Verkäufer
| Tipp | Vorteil |
|---|---|
| Makler vergleichen | bessere Konditionen |
| Provision verhandeln | geringere Kosten |
| Verkaufsstrategie planen | höherer Preis |
Fazit
Die Maklerprovision gehört zu den wichtigsten Nebenkosten beim Immobilienkauf. Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2020 wird sie bei Wohnimmobilien meist zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt.
Sowohl Käufer als auch Verkäufer sollten die Höhe der Provision genau prüfen und mögliche Verhandlungsspielräume nutzen.
Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich unnötige Kosten vermeiden und Immobiliengeschäfte erfolgreicher gestalten.
FAQ – Maklerprovision beim Immobilienkauf
Wer zahlt die Maklerprovision in Deutschland?
Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer meist die Kosten.
Wie hoch ist die Maklerprovision?
In vielen Regionen etwa 5–7 % des Kaufpreises.
Kann man die Maklerprovision verhandeln?
Ja, besonders bei hochpreisigen Immobilien.
Wann muss die Provision bezahlt werden?
In der Regel nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags.

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